Ob bestimmte Übungen als geeignet oder ungeeignet empfunden werden, wird immer von der Toleranzgrenze und Betrachtungsweise des Einzelnen abhängig sein. Naturgemäß wird der Trainer im Leistungssport Übungen einsetzen wollen und auch dürfen, die im Schulsport als umstritten gelten, da dem Schüler häufig die muskulären Voraussetzungen und die richtige Bewegungsvorstellung für eine gefahrlose Durchführung fehlen. Insofern kann eine unter der Rubrik »ungeeignet« erscheinende Übung für den Schulsport zwar ungeeignet sein, im Leistungssport aber durchaus Verwendung finden.

Sport kann und soll mangelnde Bewegungsreize des täglichen Lebens ausgleichen und wird daher immer häufiger zur Prävention und Rehabilitation eingesetzt. Der Schulsport muss sich dieser Verantwortung stellen, vor allem in bezug auf die Vorbeugung von Haltungsschäden, zumal er für viele Schüler ausschließlich die einzige sportliche Bewegung bedeutet. Zweifelsohne haben wichtige Denkanstöße von Ärzten und ärztlichen Assistenzberufen in den letzten 10 – 15 Jahren Eingang in den Sport gefunden und das Training förmlich revolutioniert. Als positive Seite dieser Einflussnahme ist eine deutliche Verringerung bestimmter Überlastungssymptome durch einseitiges Training feststellbar.

Allerdings vergeht auch kaum ein Jahr, ohne dass Übungen in Frage gestellt bzw. als gesundheitsschädigend verurteilt werden. Natürlich trägt dies zu einer Verunsicherung von Sportlehrern und Trainern bei, die sich die berechtigte Frage stellen, ob sie tatsächlich in der Vergangenheit nur falsch trainiert haben. Hilflosigkeit und Unbehagen können dann zu einer Verringerung des persönlichen Engagements führen, zumal verschiedene neue Trainingsauffassungen mit gerade missionarischem Eifer verfolgt werden, ohne den geringsten Spielraum für Differenzierungen zu lassen. Deshalb hat der Sportlehrer nicht nur eine große Verantwortung, sondern muss auch einem hohen Anspruch gerecht werden.

Durch die Gegenüberstellung von ungeeigneten und geeigneten Übungen haben wir versucht, einen weiteren Bereich dieser Problematik abzudecken und vereinfacht darzustellen. Natürlich sind wir uns bewusst, dass wir manches nicht angesprochen haben und einiges zu Fehlinterpretationen führen kann. Dennoch glauben wir, mit den dargestellten Übungen einen guten Ansatz zu bieten, ein gesundheitsorientiertes Training unter funktionellen Gesichtspunkten zu bieten. Demzufolge sollte die Broschüre auch unter dem Gesichtspunkt verstanden werden, das eigene Training auf unfunktionelle Bewegungsausführungen hin zu überprüfen und dementsprechend zu verändern.